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Was wäre, wenn...

...dein Buddy ein Taucher mit Handicap wäre?

Diese Frage stelle ich mir immer wieder – vor allem seit meiner MS-Diagnose. Und jetzt will ich Antworten finden! Schließlich habe ich vor, solange wie möglich durch die Unterwasserwelt zu fliegen. Noch kann ich selbst vieles machen. Aber was, wenn das nicht mehr ohne Hilfe geht? Dann kommt es auf meinen Buddy an! 


 

„Mein Ziel ist es, jedem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern!“

Mia von der Tauchbasis Schwerelos & DiveFree in Ingolstadt


Ich will ein guter Buddy sein! Für jeden!

Wie kann mich mein Buddy beim Tauchen unterstützen? Ich will das jetzt selbst wissen. Und deshalb werde ich genau das tun: mich zum Buddy für Taucher mit Behinderung ausbilden lassen.

Ich lebe meine Träume. Egal, was kommt!

Zum einen kann ich selbst dann Tauchern mit Handicap ein „guter“ Buddy sein, hoffe ich mal. Und zum anderen erfahre ich, wie mir ein Assistant bzw. Adaptive Diver dabei helfen kann, meine Träume auch mit fortschreitender Krankheit zu leben!

Buddy-Kurs - warum nicht?

Auf meiner Suche nach einem entsprechenden Kurs bin ich Mia aus der Tauchbasis Schwerelos & DiveFree in Ingolstadt begegnet. Bei ihr werde ich im neuen Jahr den Buddy-Kurs belegen – darauf freue ich mich jetzt schon. Und ihr dürft euch auch freuen, denn natürlich nehme ich euch mit.

Adaptive Diver Instructor gesucht - gefunden!

Heute stelle ich euch Mia aber erstmal vor. Sie ist Adaptive Techniques Speciality Instructor (PADI) und DDI Instructor. Beide Ausbildungen hat sie in Costa Rica bei Rich Coast Diver gemacht. Was sie dabei erlebt hat und wie sie überhaupt zum Tauchen mit Handicap gekommen ist, lest ihr im Interview. 


Mia, wieso hast du dich dazu entschieden, den Tauchlehrer für Menschen mit Behinderung zu machen?

Glücklicherweise hatte ich schon immer die Möglichkeit, alle Sportarten und Hobbies auszuüben, auf die ich Lust hatte. In das Tauchen bin ich durch meine Eltern und unsere Tauchbasis einfach reingeboren. Dass ich meinen Tauchlehrer irgendwann mache, stand also außer Frage. Ziemlich schnell habe ich festgestellt, dass nicht jeder die Möglichkeit hat zu tauchen, auch wenn er oder sie das vielleicht gerne würde. 

Gab es da ein besonderes Erlebnis?

Ich kenne einen Jungen, der geistig behindert ist, aber schon immer eine Leidenschaft für das Wasser hatte. Mein Geschenk an ihn, Schnorchel & Maske, war sein absolutes Highlight. Er hat mich immer wieder gefragt, wann ich ihn denn mitnehme zum Tauchen. Über die Jahre ist mir das einfach nie aus dem Kopf gegangen und da stand dann fest, dass ich jedem ermöglichen möchte, die Faszination Unterwasser zu erleben.

Dazu hast du dich ja qualifiziert. Was war bei dieser Ausbildung besonders?

Auch Menschen mit Behinderung, die tauchen lernen möchten, machen dieselben Übungen und Prüfungen wie alle anderen Taucher auch. Wir haben verschiedene Situationen simuliert, und zwar jeweils beide Seiten: mal als Taucher mit einer Behinderung, mal als Buddy oder als Instructor. Also zum Beispiel sind wir mit zugeklebter Maske getaucht, um zu simulieren, wie Blinde tauchen, welche Hilfe sie benötigen. 

Welche Hilfestellung brauchen behinderte Taucher?

Das kommt immer auf den Grad der Behinderung an und fängt bereits beim Equipment an. Manche können zu 100 Prozent das Gleiche wie jeder andere Taucher verwenden. Bei manchen kann man den Anzug etwas anpassen oder Kleinigkeiten an der Ausrüstung. Anderen reicht eine helfende Hand, um die Schnalle am Jacket zuzumachen. Aber bei einigen muss man wirklich immer Körperkontakt haben, da sie sich alleine nicht fortbewegen können. 

Was macht das Tauchen mit Handicap für dich so besonders?

Das Tauchen mit Handicap kann selbstverständlich eine Challenge sein. Es gibt aber nicht nur den Tauchern oder Tauchschülern ein tolles Gefühl. Wenn man als Instructor sieht, wie glücklich, frei und unbeschwert Taucher mit Handicap unter Wasser sind, dann ist das ein unglaubliches Gefühl.

Gibt es beim Tauchen mit Behinderung Grenzen?

Es gibt natürlich Grenzen. Jeder sollte nur so weit gehen, wie er sich selbst wohl fühlt, was er sich selbst zutraut und, was einem der Ausbildungsstand erlaubt. Aber das gilt natürlich für jeden Taucher, egal ob mit oder ohne Behinderung.

Bist du schon mit Menschen mit Handicap getaucht?

Ja, auch ohne auszubilden kommt es vor, dass besondere Menschen im Rollstuhl, die vor einem Unfall schon leidenschaftliche Taucher waren, auf keinen Fall aufs Tauchen verzichten wollen. Und die einfach genauso weiter machen wie davor. Ich war gar nicht so erstaunt von denjenigen, die dabei waren, sondern eher von denen, die es sich selbst nicht mehr zugetraut hatten. 

Was hat dich dabei besonders bewegt?

Der Ausdruck in den Gesichtern der Taucher, der zeigt: Sie können alles schaffen! Es ist auch sehr bewegend zu erleben, wenn das Tauchen Menschen, die durch einen Unfall körperlich eingeschränkt sind, ein Gefühl von ihrem „früheren“ Leben zurückgibt.

Ich selbst werde ja den Buddy-Kurs für Menschen mit Behinderung bei dir absolvieren. Wer sollte denn einen solchen Kurs machen?

Definitiv jeder, der sich auch für den Rescue Kurs interessiert. Ein guter Buddy wird man meiner Meinung nach nur, wenn man für jeden ein guter Buddy sein kann. Der Kurs hilft dir, in verschiedensten Situationen mit den verschiedensten Menschen umgehen zu können.

Ich freu mich darauf, wenn wir dann gemeinsam abtauchen, liebe Mia. Danke für deine wertvolle Zeit!


Abgetaucht

Wer meinen Blog „Tauchen mit Handicap“ von Anfang an verfolgt hat, ist vielleicht stutzig geworden – ja wo ist er denn hin? Es gibt so vieles, was ich übers Tauchen mit Behinderung gefunden habe, sodass der Blog jetzt eine eigene Seite bekommen hat. Hier findest du zusätzlich zum Blog immer mal wieder Neues rund ums Tauchen mit Handicap und über meine eigenen Tauchabenteuer. Schwebe einfach mal durch. 

 

Viel Vergnügen! Und bis zum nächsten Blog.

Eure Nicole


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