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Sag niemals nie!

Mach Dinge, die du nie machen wolltest.

Seit ich die Vorstellung, beim Tauchen gehe es ausschließlich darum, die wunderbare Unterwasserwelt zu bestaunen, über Bord geworfen habe, erlebe ich eine Überraschung nach der anderen. 

  • Tauchen im See? Bestimmt nicht. Was soll ich denn in so einem Tümpel?
  • Tauchen im Fluss? Außer Steine gibt’s da ja eh nichts zu sehen. Außerdem: viel zu kalt.

Wenn du dich von deinen festgefahrenen Vorstellungen erst einmal gelöst hast und bereit bist, auch mal etwas anderes auszuprobieren, steht die Ampel für Überraschungen auf grün!

Egal, wo du tauchst. Tauchen tut gut!

Fakt ist: Das Tauchen in den besten Tauchgründen dieser Welt einfach traumhaft. Wenn ich mir mein Logbuch so durchschaue, finde ich darin viele Highlights: Nemo und seine Freunde, gewaltige imposante Mantas, elegante Adlerrochen, sanfte riesige Walhaie, Seepferdchen, überwältigende, bunte Korallengärten, wunderschöne Lichteinfälle zwischen Felsen, Aquarium hier und da. 

"Ich bin eher die lahme Ente."

Aber es geht auch anders. Tauchen kann so viel mehr bedeuten. Spektakulärer, tiefer, riskanter….? Das ist nicht mein Ding! Ich bin eher die lahme Ente und freue mich über jedes Getier, das ich entdecke, den wundervollen Lichteinfall beim Seetauchen, schwebende Blätter, die im glasklaren Fluss gemächlich mit der Strömung vorbeiziehen. Auch das ist Tauchen!

Das erste Mal... Tauchen im Weiher

Mein erster Tauchgang im See – mir hat es gefallen! In unserem heimischen Weiher macht das Tauchen Spaß. Ich jedenfalls habe mich gefreut wie ein Schnitzel, als ich das „Wrack“, die Beagle, gefunden habe. Navigieren ist ja nicht so meine beste Stärke. Also auch hier mal ein Erfolgserlebnis! 

Was ich beim Schwimmen im Baggersee ja eher hasse: wenn dich Algen und anderes Grünzeug, das sich von unten Richtung Licht schlängelt, an den Beinen kitzeln. Oder am Bauch…. Beim Tauchen im See werden die verhassten Schlingpflanzen plötzlich zum Highlight, und das im wahrsten Sinne! Wie wunderschön ist es bitte, im grünlich schimmernden Wasser durch sanft schwingende Seepflanzen zu tauchen? 

Das erste Mal... Tauchen im Bergsee

Mein erster Tauchgang in einem Bergsee. Wow. Kurze Panik vorm Einstieg: „Nicole, wo ist denn dein zweiter Atemregler, falls dir der erste vereist?“ Wie bitte? Es ist August, draußen hält uns seit Wochen die längste Hitzeperiode in Atem. Da denke ich doch nicht an einen vereisten Regler – oder doch? Plötzlich sprechen wir von 4 Grad Wassertemperatur… 

Alles gut gegangen...

...im Langbathsee im schönen Salzkammergut. Der war „nur“ 8 Grad kalt und das auch nur ganz unten…. Oben dann Badewannenfeeling bei 20 Grad Wassertemperatur. Vereist ist da nichts. 

Und ja, auch das Tauchen in einem Bergsee hat etwas für sich. Hunderte von kleinen Fischlis, die sich um Totholz winden, die Sonne strahlt von oben und sorgt für herrliche Lichtspiele. Und dann das Auftauchen! Eben noch im grünlich klaren Wasser herumgeschwebt, und dann umgeben von einem Bergpanorama, das dich ehrfürchtig und ganz klein werden lässt. 

Das erste Mal... Flusstauchen

Flusstauchen – aha, das soll ja angeblich auch ganz schön sein. So richtig auf dem Schirm hatte ich das bislang eigentlich nicht. Wie auch, in meiner näheren Umgebung gibt es da einmal die Altmühl: ein Eldorado für Kanufahrer, macht echt Laune, irgendeiner bringt immer ein Kanu zum Kentern. Bei meinem Glück ist das dann auch schon mal mein Boot gewesen. Aber Tauchen? Lieber nicht. 

Dann Tauchen in der Traun. Und ich muss sagen: auch diese Premiere hat mich richtig überrascht. Kapitale Hechte, Huchen, Forellen, Barben, überall Flusskrebse, herrliche Lichteinfälle, spaßiges Driften – Flusstauchen ist besser, als ich dachte. 

Mit Einschränkungen - geht!

Zugegeben, die teils kniffeligen Ein- und Ausstiege mit meinen wackeligen Beinen und kaputten Rücken waren schon eine Herausforderung. Dank helfender Hände musste ich auf nichts verzichten. Das ist es ja, was das Tauchen ausmacht: Taucher helfen sich gegenseitig! Ganz egal, ob mit oder ohne Einschränkungen.

Mein Fazit: Wege gibt es immer – nichts ist unmöglich!

Fotos: Sebastian Voigt (Fluss), Kraß (See)


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